Bericht im „Fränkisch-Hohenlohischer Wochen Spiegel“

Schweinsdorf – 14. März 2019:

Wohnprojekt „Otilia“ großer Gewinn

Einen großen Schritt weiter in Richtung Innenentwicklung und Nachverdichtung des Ortsteils Schweinsdorf macht die Gemeinde Neusitz jetzt mit dem frisch abgeschlossenen Umbau des Gasthauses „Zum Hirschen“ zum Mehrfamilienhaus der Sozialwohnungen. Am Samstag, 16. März zwischen 13:00 – 17:00Uhr, ist „Tag der offenen Tür“ für dieses Projekt im nicht ganz siebenstelligen Kostenumfang.

Für die Gemeinde Neusitz war es eine größere Herausforderung, sich dieses Vorhabens anzunehmen. Jetzt sind die Entscheidungsträger um Bürgermeister Rudolf Glas umso zufriedener, sich darauf eingelassen und die Aufgabe geschultert zu haben. Denn unter dem Strich ist ein Ergebnis herausgekommen, das sich in vieler Hinsicht sehen lassen kann.

Mit gut durchdachter Planung durch das Ingenieurbüro Christian Stein sind aus de! r ehemaligen Gastwirtschaft mit ihrem Gastraum, mit ihrem Saal, mit dem Privatbereich der früheren Gastwirtsfamilie und mit den Gästezimmern insgesamt neun überaus ansehnliche Wohneinheiten geworden.

Jede für sich hat eine individuelle Note. Fast durchgehend ist bei neuer Raumaufteilung vorhandener Bestand, wie etwa bei den Decken und in der Balkenkonstruktion des Dachs mit Fingerspitzengefühl, manchmal sogar mit pfiffigem Effekt für charaktervolle Akzente genutzt worden. Über zwei Zugänge kommen die künftigen Bewohner in ihre Bereiche.

Altes Gebälk, neuer Raumzuschnitt mit modernen Fenstern: Gelungenes Beispiel für die Wohnungen im Projekt. Foto: Weber

 

Fachwerk mit neu belegter und mit Metall-Geländer versehener Treppe. Foto: Weber
Nach dem Umbau: Zwei neue Gauben im Dach des früheren „Hirschen“. Foto: Weber

Das Projekt weist mit seinen insgesamt neun Wohnungen einer Größe von etwas über 40 bis knapp 89 Quadratmeter Wohnfläche eine erstaunliche Bandbreite an unterschiedlichem Raum- und Flächenangebot auf. Zwei Erdgeschosswohnungen sind barrierefrei gestaltet. Sie finden sich im Bereich des ehemaligen Gasthof-Gastraums. Vier Wohnungen konnten im ersten Obergeschoss entstehen. Sie weisen einen gemeinschaftlich nutzbaren großen Balkon auf. Im Dachgeschoss kommen schließlich drei Wohnungen unter. Im Keller- und Erdgeschoss sind zahlreiche Nebenräume untergrebracht. Zehn Stellplätze finden sich im Hof und entlang der Scheune.

Bei dem Projekt sind die erforderlichen Veränderungen möglichst sparsam und mit Augenmaß vorgenommen worden. Darüber hinaus finden sich Lösungen, die das Wohnen hier zum charaktervollen Logieren abseits des üblichen 0815- Standards machen. Wo möglich sind – die durchgehend neu verlegten Vinylböden der Wohnungen sind hier eine Ausnahme – vorhandene Beläge ganz oder teilweise weiterverwendet und vielfach sogar noch akzentuiert hervorgehoben worden.

Das Ingenieurbüro Stein aus Wachsenberg hat bei dem Bauprojekt die Bestandsanalyse übernommen, fertigte die Genehmigungs- und Ausführungsplanung sowie die statische Konstruktion und war darüber hinaus auch noch für Bauleitung und SiGe-Planung verantworlich. SiGe steht für Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan auf einer Baustelle, wenn Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber tätig werden und besonders gefährliche Arbeiten ausgeführt werden.

Sensibler Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz und kostensparen! de Umsetzung waren bei dem Projekt ein ganz besonderes Anliegen. Diesem Anspruch wird der Umbau des „Hirschen“ gerecht. Nachträglich ist der Einbau eines Personenaufzuges angedacht, damit bis auf den Dachbereich auch alle weiteren Wohnungen barrierefrei zu erreichen wären.

Der Gemeinderat und Bürgermeister Rudolf Glas sind zu beglückwünschen, dass sie die Entscheidung getroffen zu haben, den vom bisherigen langjährigen Wirt und Eigentümer aus Altersgründen nicht mehr betriebenen Gasthof für die Gemeinde zu erwerben und zu dem Sozialwohnbau-Projekt zu machen und somit das Ortsbild zu erhalten. -ww-

Zweckmäßig und gefällig, mit überschaubarem Kostenaufwand ausgestattet, sind die Bäder wie dieses. Foto: Weber
Alte Täfelung, pflegeleichter, robuster Bodenbelag und neue Fensterfront spielen zusammen. Foto: Weber

 

Fachwerk als Akzent im Zimmer.
Freuen sich: v. li. Planer Christian Stein und Bürgermeister Rudolf Glas.
Mehrere Ebenen in einer Wohnung.